20 Februar 2010

Die Koalition der Unfähigen Teil I

„Die Überzeugung, dass er es »draußen im Lande« mit Millionen von Idioten zu tun hat, gehört zur psychischen Grundausstattung des Berufspolitikers.“

Hans Magnus Enzensberger

Das Gruselkabinett in Berlin besteht aus 16 Personen. Heute schau ich mir mal die Nummer zwei an. Guido Westerwelle, Vizekanzler, Außenminister und Dummschwätzer. In Fachkreisen wird er dank eines Platzes im Beirat der Hamburg-Mannheimer-Versicherung auch „Herr Kaiser vom Bundestag“ genannt.

Nach dem gelernten Polizistenverprügler Fischer und dem gelernten Juristen Steinmeier, hat nun Westerwelle, ebenfalls Jurist, das Auswärtige Amt besetzt. Was befähigt ihn dazu? Nichts. Das ist aber auch egal. Das AA beschäftigt ca. 10.000 Menschen. Darunter sind sicherlich einige, die Westerwelle unter die Arme greifen, damit er nicht auf dem diplomatischen Parkett ausrutscht.

Seit seinem Auftritt im Big-Brother-Haus in 2001 hat er das Image eines Politkaspers. Dieses Image pflegt er nicht nur, sondern legt sich auch ein weiteres zu. Mit seiner Behauptung, „Wer dem Volk anstrengungslosen Wohlstand verspricht, lädt zu spätrömischer Dekadenz ein“, die er mit keiner Quelle belegt, katapultiert er sich in die Liga der Dummschwätzer. Als ob wir nicht genug von dieser Sorte hätten. Betrachtet man seinen
  • Lebenslauf ist nicht erkennbar, ob Westerwelle jemals in seinem Leben richtig gearbeitet hat. Der „Mehr Netto vom Brutto“-Mann ist zwar kein begnadeter Redner, erhält jedoch trotzdem Top-Gagen in der Klasse über 7000 Euro. Hier einige Beispiele:

    Agentur Schenck, Berlin, August 2008
    Aspecta HDI Gerling Lebensversicherung AG, Mainz, Februar 2007
    AXA-Krankenversicherung AG, Köln, Januar 2006
    Close Brothers Seydler AG, Frankfurt/Main, Juni 2008
    Congress Hotel Seepark, Thun/Schweiz, September 2007
    DS Marketing GmbH, Brühl,März 2006
    econ Referenten-Agentur, Straubing, Mai 2006, Juli 2007
    EDEKA Handelsgesellschaft Nordbayern-Sachsen-Thüringen mbH, Rottendorf, Juli 2006
    EUTOP Speaker Agency GmbH, München, Juli 2007
    Fertighaus WEISS GmbH, Oberrot, September 2006
    Flossbach & von Storch Vermögensmanagement AG, Köln, Mai 2007
    Gemini Executive Searc, Homburg, Oktober 2007
    Genossenschaftsverband Frankfurt, Frankfurt, Oktober 2005
    Hannover Leasing GmbH & Co. KG, Pullach, Juni 2006
    Lazard Asset Management Deutschland GmbH, Hamburg, Januar 2007
    LGT Bank AG, Zürich, April 2007
    MACCS GmbH, Berlin, November 2007
    Maritim Hotelgesellschaft mbH, Bad Salzufl en, November 2005
    Rednerdienst & Persönlichkeitsmanagement Matthias Ehard, München, Oktober 2006
    Serviceplan Agenturgruppe für innovative Kommunikation GmbH & Co. KG, München, Februar 2007
    Solarhybrid AG, Brilon, Team Event Marketing GmbH, Rosbach, Mai 2007
    Vincero Holding GmbH & Co. KG, Aachen, September 2007
    Wolfsberg The Platform for Executive & Business Development, Ermatingen/Schweiz, September 2008

    Laut Umfragen ist die FDP im freien Fall und kommt noch mühsam auf 8 Prozent. Wenn man außenpolitisch keine Akzente setzen kann, dann macht man eben etwas Innenpolitik oder nimmt, unzulässigerweise, eine juristische Bewertung des Afghanistaneinsatzes vor. Westerwelle verlangt eine Debatte. Doch worüber? Das eine spätrömische Dekadenz bei so manchem Bankvorstand anzutreffen ist? Wohl kaum. Das der Steuerzahler Milliarden Euro aufwenden muss, um ein paar Hütchenspieler zu retten? Auch undenkbar. Marktradikale wie Westerwelle haben ein einfach gestricktes Weltbild. Schwarz oder weiß, tüchtig oder faul.

    Außeninnenminister Westerwelle hat sich in eine Falle manövriert, aus der es kein Entkommen gibt. Nun muss er Farbe bekennen und konkrete Vorschläge machen.


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