03 Dezember 2006

Das lautlose Sinken der Titanic


Lautlos sinkt derzeit die neoliberale Titanic. Das Publikum registriert bisher nicht, was hinter seinem Rücken vonstatten geht, und die Kapelle beschleunigt ihren Takt nur wenig. Die Mitglieder der Band, die Jounalisten unserer großen Medien, übertönen das Gurgeln im Maschinenraum mit der schrill orchestrierten Moritat vom bösen Kreml-Chef und seinen vermeintlichen Untaten. Die eigentliche Nachricht dieser Tage ist keine Nachricht, die es zu verbreiten gilt: die westliche Leitwährung sinkt mit großer Stetigkeit, als hätte man den Stöpsel aus der Wanne entfernt. Und das Wasser in der neoliberalen Titanic steigt. Natürlich gilt es, noch einigen Teilnehmern der wirtschaftlichen und politischen Elite die Rettung zu ermöglichen: aus unvorsichtig angelegten Dollar-Rücklagen. Ihnen ein böses Erwachen zu ersparen, hilft ohne Frage die Schweigsamkeit der Medien in dieser Sache zur Zeit. Auch ist der Retter: Gold jetzt noch gerade für sie erschwinglich: bald könnte er unerreichbar sein, wenn sich herumspricht, was die Stunde geschlagen hat. Leser der Finanz- und Wirtschaftspresse haben aktuell die Nase ein wenig weiter vorn: das Unheil wird sie nicht ganz so kalt erwischen, und nicht wenige haben sich längst ihren Platz in den Booten reserviert. Wer etwa Wolfgang Münchau's Worte von der zu erwartenden "tektonischen Umschichtung" ignoriert, dem ist nun wohl wirklich nicht mehr zu helfen. Ein neuer kalter Krieg: das wär'S!? Wird dies das Publikum dauerhaft über das eigentliche Geschehen im Unklaren halten können? Kriegswirtschaft als Ausweg aus dem Systemdesaster, hatten wir das nicht schon einmal? Die Veranstalter des Tanzes in neue Stahlgewitter: Blair, Bush, Cheney und ihre Medienchefs: Freund Murdoch, Springer, Bertelsmann, Saban & Co. sind fraglos längst eingebucht aufs passende Investment: ob Lockheed, Carlyle oder Halliburton. Nur die Unwissenden werden wieder einmal lernen können, dass es ihnen wie meist bestimmt ist, das Nachsehen zu haben: auf dem Schlachfeld oder am Kontostand der eigenen Bank. "Mitgefangen, mitgehangen", wie wir aus der Geschichte lernten. Auch anlässlich ihres Untergangs wird die neoliberale Titanic nichts Besseres zu bieten haben.
Quelle:http://news.web-hh.de/index.php?newsfull=1&lid=24592&rubrik=politik

5 Kommentare:

bitter_twisted hat gesagt…

Mehr als 60c aus jedem Euro der in Deutschland verdient wird wird vom Staat ausgegeben. In der DDR waren es etwa 65 Pfennig in der Ostmark. Welchen Prozentsatz Staatsbeteidigung würde unser System in deinen Augen Sozialistisch machen?

Ansorde hat gesagt…

Die DDR war eine Diktatur und die BRD ist nichts anderes als eine Diktatur,(ob Sozialistisch oder Kapitalistisch) kommt auf gleiche raus!
Gruß,
Ansorde

bitter_twisted hat gesagt…

Diktatur ist die Art der Regierung. Ob ein Land sozialistisch oder kapitalistisch ist, definiert nach UNO die staatliche Beteidigung am Markt. Laut UNO gilt ein Land als Sozialistisch wenn die Staatsbeteidigung an der Wirtschaft 50% überschreitet. Irgendwie finde ich es ironisch, das jetzt wo unsere Wirtschaft nicht mehr von der DDR Wirtschaft zu unterscheiden ist heulen alle uber den bösen Neoliberalismus.

Staatliche Kontrolle kommt immer auf ein Handlungsmonopol Begünstigter Bürger hinaus. Das war in der DDR so, das war in der USSR so, das ist bei uns nicht anders.

Ansorde hat gesagt…

Laut UNO ?...Kopfschüttel... !,wissen sie überhaupt was die UNO darstellt ?
Schauen sie ja nicht über den BRD Tellerrand,da könnte etwas zu Tage kommen,was ihr BRD Bild wie eine Seifenlase platzen ließe .
Gruß,
Ansorde

Keine Religion
ist höher als
die Wahrheit

bitter_twisted hat gesagt…

"Keine Religion
ist höher als
die Wahrheit"

Stimmt!

Die UNO ist der der dritte gescheiterte Versuch auf eine Weltregierung. Der Aktuelle Versuch hat die EU ua als Zwischenstadium. Trotzdem ist die Begriffsbestimmung "Sozialistisch" für eine Gemeinschaft in der der Staat mehr als 50% der Wirtschaft kontrolliert, weit verbreitet.

Unser Problem ist doch weiß Gott nicht das unser Staat ungenügend in die Wirtschaft eingreift. Viel mehr werden wir zum Stillstand überreguliert.

 

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