10 September 2006

Angst und Schrecken in Teheran: UN dreht Iran den Ölhahn zu (Satire)


Kurz zuvor hatte Präsident Ahmadi-Nedschad noch alle mit einem 1A-Holocaust-Witz zum Brüllen gebracht, nun war es im Teheraner Kabinett plötzlich so still, dass man eine leere Pistazienschale hätte zu Boden fallen hören. Denn gerade hatte der Postbote den Katalog mit den UN-Sanktionen gebracht.Kalter Schweiß lief dem Präsidenten aus den angstvoll geweiteten Poren, als er unter den Augen seiner Minister und Mullahs das umfangreiche Konvolut öffnete. Er las die erste Seite. Dann fing er an zu zittern „Sie haben ein Krawatten-Embargo verhängt“, flüsterte Ahmadi-Nedschad. „Was soll jetzt bloß aus unseren Kindern werden?“
Monatelang war der Iran der UNO mit seinen Atombomben-Versteckspielen auf der Nase rumgetanzt - und jetzt diese knallharte Reaktion. „Diese ungläubigen Hunde sind doch nicht so dekadent und weich, wie wir dachten“, raunte der Präsident. „Wie konnten wir bloß glauben, dass wir damit durchkommen?“ winselte der stellvertretende Minister für Staudammbau Ali Machmalhall. Angesichts dieses würdelosen Auftritts verbreitete sich eine peinliche Stille im Saal. Man hörte nur das leise Plätschern des Märtyrerbluts im Zimmerspringbrunnen und das Rascheln der Katalogseiten, als Amahdi-Nedschad weiterblätterte.
„Was steht sonst noch drin?“ fragte der Minister für Eisenbahnschienen-Entrostung Ibrahim Iznogud, ein alter Mann, der seinen Kollegen ein Beispiel an Gefasstheit geben wollte. „Sie drehen uns den Ölhahn zu“, sagte der Präsident. „Ab sofort kriegen wir keinen Tropfen mehr von ihnen.“ „Nein! Das können sie nicht tun!“ Die Stimme des greisen Ministers klang gar nicht mehr gefasst, sondern vor Angst quiekte er fast. „Das ist ja NACKTE Gewalt!“ fluchte der Minister für albernes Beten Manzur Anaitintunesia - und hielt sich gleich darauf erschrocken die Hand vor den Mund. Aber es war zu spät. Schon hatte Ahmadi-Nedschad einen dezenten kleinen Knopf unter seinem Tisch gedrückt. Sofort kamen ein Dutzend Revolutionswächter hereingestürmt, um den Schamverletzer noch rechtzeitig zur Steinigung To Go um fünf Uhr im Quick-Stoned®-Shop zu schleifen.
„Lies du weiter, ich muss mich mal übergeben!“ bat der kreidebleiche Präsident seinen Stellvertreter, den Minister für Kommasetzung in Koran-Texten Hossein Rafspitfair. Dann wankte er würgend hinaus. Der Angesprochene wollte es nur noch rasch hinter sich bringen: „Keine Rasierklingen mehr! Keine Perserteppiche! Keine Schweinchen-Dick-Filme. Nichts wollen sie uns noch liefern.“ Da erhob sich ein Heulen und Zähneklappern im Raum: „Alles sollen sie uns nehmen. Nur nicht die Schweinchen-Dick-Filme!“ flennten mehrere Kabinettsmitglieder, die sich heulend in den Armen hielten, um angesichts dieser zerschmetternden Schreckensnachrichten nicht zusammenzubrechen. Aber es war zwecklos, denn das Schlimmste hatte sich die Uno für die letzten Seite des Katalogs aufgehoben: „Sie belegen uns mit einem Bibel-Boykott. Nicht ein einziges kleines Bibelchen werden wir künftig von ihnen bekommen“, las der Polizeiminister mit stockender Stimme. Da brach der erste Mullah röchelnd zusammen: Ein Bartinfarkt hatte ihn dahingerafft.
Zu diesem Zeitpunkt saß Präsident Ahmadi-Nedschad längst in einer Limousine, die mit 220 Stundenkilometern zum Teheraner Flughafen raste. Er wusste: Die Volksaufstände, die nach der Bekanntgabe der Sanktionen ausbrechen würden, wären sein sicherer Tod. Das aufgebrachte Volk würde ihn persönlich für all die Qual und das Leid verantwortlich machen, die durch die unerträglichen UN-Sanktionen über es kämen. Bevor irgendeiner seiner Minister auf die Idee käme, die Nachrichten über Rundfunk und Fernsehen zu verbreiten, wollte er außer Landes sein. Sein Ziel war Schwarzrussland, ein glücklicherweise vollkommen unbekannter Nachfolgestaat der Sowjetunion. Der Präsident dieser komfortablen kleinen Diktatur verfügte über die weltgrößte Sammlung von Schweinchen-Dick-Filmen.
Quelle:http://www.welt.de/data/2006/09/07/1027167.html

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