23 Mai 2006

„Political Correctness“

Für die gesamte Politik der BRD gilt, daß sie politisch korrekt ist bzw. als politisch korrekt zu gelten hat und auch als solche dargestellt werden muß, wie es die höchsten Vertreter ihrer Regierung formulieren. Wir leben demnach nicht in einer wahrhaftigen, sondern in einer politisch korrekten Gesellschaftsordnung.
Völlig unabhängig davon, was denn im einzelnen die Unterschiede zwischen einer politisch korrekten bzw. als politisch korrekt dargestellten und einer tatsächlichen, wahrhaftigen Politik ausmacht, so besagt doch allein schon die Forderung nach einer politisch korrekten Politikdarstellung, daß es Unterschiede zwischen realer und korrekter Politik, gibt.
Da nun die höchste Gewalt der BRD, die Bundesregierung, die Forderung ausgibt - oder selbst der von außen an sie gestellten Forderung unterliegt -, Politik korrekt darzustellen und darstellen zu lassen, so besagt dies zumindest doch, daß die Darstellung der realen Politik, um korrekt zu erscheinen, nicht korrekt ist, sondern erst zum Korrekten hinmanipuliert werden muß.
Wo nun aber schon die Bundesregierung diesem Zwang unterliegt, wie kann es da zulässig und überhaupt nur möglich sein, daß innerhalb der BRD eine Gewaltenteilung besteht. Könnte bei einer Politik, die nur korrekt, also manipuliert, dargestellt werden darf, nicht jede der eigenständigen Gewalten zu einer anderen, von ihr als korrekt angenommenen, Politikdarstellung kommen? Verlangt nicht allein die Forderung, Politik korrekt darstellen zu müssen, eine alle staatlichen Gewalten umfassende Koordination, womit dann aber de facto jede Gewaltenteilung aufgehoben bzw. unmöglich gemacht wäre? Ist vielleicht selbst die Darstellung vom Vorhandensein einer Gewaltenteilung nur Teil der political correctness?
Weder Parlamente noch die Justiz der BRD können sich in ihren Entscheidungen frei bewegen, da beide den gleichen Einschränkungen und den gleichen Manipulationsregeln der political correctness unterliegen wie auch die Regierung. Damit können dann auch solche übergeordneten Begriffe wie Rechtsstaat, Freiheit, ja die Demokratie selbst nur Teil der politischen Korrektheit sein, womit einer der Leistungsschwerpunkte der miteinander verknüpften und verbundenen Staatsgewalten der sein muß, mit vereinten Kräften zu verhindern, daß die wahre, reale Politik sowie alle Manipulationen, die zu ihrer Tarnung mittels einer Darstellung als korrekte Politik erforderlich sind, in der Öffentlichkeit bekannt werden.
Wer heute also Demokratie, in der die Macht vom Volke ausgeht (lt. GG), Rechtsstaat, Gewaltenteilung, Freiheit (z.B. der Meinungsäußerung), um nur einige Oberbegriffe bzw. Schlagwörter zu nennen, fordert, der ist damit automatisch Gegner der herrschenden Gleichschaltung mittels einer dubiosen, in keinem Gesetz namentlich definierten, political correctness.
Und der erstaunte Michel fragt: Jo, wo leben mer denn? Wer sans denn die??
. ...Die Freiheit der eigenen Meinung, wie sie dem „American Dream" entspricht, ist theoretisch unbeschränkt. In Wirklichkeit aber ist sie durch diese Diktatur der öffentlichen Meinung insbesondere in den mittleren und kleineren Städten auf das äußerste eingeengt.
Gegen die herrschende Meinung zu verstoßen, kann die Ausschließung oder Nichtaufnahme in die gesellschaftlich führenden Klubs, die Kündigung der Stellung, die Weigerung der Gewährung von Kredit durch die Banken, kurz jede Art von gesellschaftlichem und wirtschaftlichem Boykott bedeuten.
(Aus: „Der maßlose Kontinent", Buch über Amerika von 1941 von Dr. G. Wirsing, S. 80)

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