04 April 2019

nicht vegessen !!!

250 Sunniten im Irak getötet, Bewaffnete planten angeblich Angriffe auf schiitische Pilger". So oder ähnlich berichtete am 29. Januar die deutsche Presse (SZ) mit erstaunlich gleich lautenden Schlagzeilen über ein Blutbad, das am Tag zuvor bei Nadjaf im Irak stattgefunden hatte.Die "fröhliche Kriegsberichterstattung" der Gleichgeschalteten, die das "Wording" des irakischen Gouverneurs schlicht 1:1 übernommen hatten, erwies sich innerhalb von 48 Stunden als übles Propagandageschwätz. Denn weder waren es "Sunniten", die an einer Straßensperre vor Nadjaf in eine offensichtlich von "irakischen Sicherheitskräften" und US-Militärs wohl vorbereitete Falle liefen, noch waren es "hunderte von Ausländern" oder apokalyptische Anhänger einer "messianischen Sekte" (Die Welt) in Endzeitstimmung.Nach dem Bericht von Patrick Cockburn aus Bagdad (Independent) und den Aussagen unabhängiger Websites im Irak (News & Analysis) hat sich das Drama zu Beginn des Aschurafestes ganz anders abgespielt. Danach wurden der gehbehinderte Stammesführer der Hatemi (Al-Hawatim) und seine Frau an der Spitze eines Pilgerzuges ohne Vorwarnung in ihrem klapprigen Toyota an einer Straßensperre vor Nadjaf erschossen. Als die dem schiitischen Stamm der Hatemi angehörenden Pilger daraufhin die Sicherheitskräfte unter Feuer nahmen, forderte die Besatzung der Straßensperre Unterstützung durch die irakischen Streitkräfte und die US-Armee an. Mitglieder des mit den Hatemi befreundeten Kaza`il Stammes, die ein Ende der Schießerei zu vermitteln suchten, gerieten selbst unter Feuer.Währenddessen wurden mehrere Hundert Pilger samt Frauen und Kindern in einem Hain vor der Stadt militärisch eingekreist und aus US-Panzern und Hubschraubern mit Maschinenwaffen niedergemacht. F-16 Bomber erledigten in der Nacht durch Bombenabwürfe die letzten "Widerstandsnester".Der Stamm der Hatemi (Al-Hawatim) war schon unter den Osmanen und in der britischen Kolonialzeit wiederholt durch seine Aufmüpfigkeit hervorgetreten. Offenbar wurde hier ein Exempel an schiitischen "Widerspenstigen" statuiert, die nicht auf "SCIRI-Linie" lagen.In den ZDF-Nachrichten wurde über den Vorfall von Zarqua/Nadjaf auffallend kurz (ca. 20 Sekunden) berichtet. Ein US-Hubschrauber stürzte im Laufe der "Kampfhandlungen" ab. Möglicherweise wurde er abgeschossen. Während die Pilger 263 Tote und 210 Verwundete, darunter Frauen und Kinder, zu beklagen hatten, gab es auf der Gegenseite nur eine Handvoll Verluste. Das lässt eher auf eine Falle der Regierungskräfte als auf einen Überfall von "Aufständischen" schließen. Die unscharfen Fernsehbilder zeigten Dutzende von Toten in einem ausgetrockneten Bewässerungsgraben. Auf einem (vorsorglich bereitgestellten?) blauen LKW stapelten sich an die Hundert alte Kalaschnikows, die offenbar unmittelbar nach dem Gemetzel von den Opfern eingesammelt worden waren.Da der Pilgerzug über Nacht in unsicherem Bürgerkriegsgelände zu Fuß unterwegs gewesen war, hatten sich die Hatemi bewaffnet auf den Weg gemacht.Ein US-Führungsoffizier lobte den "Erfolg" als Ergebnis der neuen Bush-Strategie für den Irak. Mehrfach erschien ein Stryker-Radpanzer der US-Armee im TV-Bild. Die von Skandal- und Korruptionsgerüchten umrankten Stryker-Panzer werden von der Tochterfirma MOWAG des amerikanischen Rüstungskonzerns General Dynamics zusammengezimmert (Wikipedia). Ein Stryker-Panzer konnte hierzulande zuletzt auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr beim "deutsch-amerikanischen Volksfest" besichtigt werden. Er war dort neben Hüpfburg, Clowns, Kinderschminken und "Etlische Austellungen der amerikanischen Abteilung für Gleichberechtigung" d i e Attraktion. Es wäre interessant zu erfahren, wer derartig militaristische "Volksfeste" heute noch sponsort. MOWAG/General Dynamics hätte sicher allen Grund. Der US-Panzer-Hersteller erwirtschaftete 2006 einen Nettogewinn von 279 Mio. Dollar bzw. 1,40 Dollar pro Aktie nach 157 Mio. Dollar bzw. 78 Cents pro Aktie im Vorjahr (Stern)."Wie der Verteidigungskonzern General Dynamics Corp. am Mittwoch mitteilte, stieg sein Gewinn im vierten Quartal 2006 um 78 Prozent".

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