24 Oktober 2006

Vorwärts von Fall zu Fall



Ideologische Umweltborniertheit kann teuer zu stehen kommen. Öl- und Erdgas-Preisschwankungen sind, seitdem Wirtschaften weitgehend nur noch als "Geld machen" verstanden und als Spekulation mit großen Summen betrieben wird, eng mit der Erwartung von Hurrikans im Golf von Mexiko verbunden. Das rührt daher, daß dann die Bohrinseln geschlossen und die Raffinerien abgestellt werden müssen, wie das im Jahr 2005 (Katrina) drastisch erlebt wurde. Aufgrund der Beteuerungen der Apostel der Klimakatastrophe und der Propaganda der Wissenschaftler mit Zugang zu Massenmedien erwarteten die Hedge Fonds und sonstigen Spekulaten in Öl und Erdgas im Jahr 2006 wieder eine starke Hurrikan-Saison und spekulierten die Preise für Öl und Gas im Sommer himmelhoch hinauf. Aber die Hurrikan-Saison fiel schwach aus und das läßt auf einen milden Winter in den USA schließen. Also sackt der Öl- und Gaspreis (wenn es nicht zum Krieg kommt) wieder langsam in sich zusammen. Man vergleiche nur die Meinung der für den Mai 2006 in AZCentral oder auf CNN mit denen vom Oktober 2006 ebenfalls auf CNN. Einige Hedge Fonds sollen sich dabei ordentlich verspielt haben, weil sie zu lange auf steigende Öl- und Gaspreise gesetzt haben. Der Amarant Fond etwa hat rund 7 Milliarden seiner insgesamt 13 Milliarden Dollar Einlagen verspielt.
Natürlich wußte man - früher jedenfalls -, daß beim El-Nino vor der Pazifikküste Lateinamerikas die Hurrikane im Atlantik schwach und der Winter in Nordamerika milde ausfallen (vgl. dazu in UIUC.edu). Hätten sich die Spekulanten daran gehalten, hätten sie auf unsere Kosten ordentlich Geld gemacht, statt es aufgrund ihrer eigenen Propaganda zu verspielen. "Geschieht ihnen Recht", könnte man denken, wenn man vergißt, wessen Geld und Wohlergehen da verspielt wurde. Institutionelle Anleger sind Banken und Versicherungen (war Ihre Altersvorsorge dabei?).
Über Ursache und Wirkung täuschen sich nicht nur Spekulanten. SPD-Chef Kurt Beck stieß in der letzten Woche die Diskussion über das Entstehen einer "Unterschicht" in Deutschland an. Beck weiß natürlich nicht aus eigener Erfahrung, wovon er spricht. Politiker bekommen hierzulande von den Medien, oder ihren Karriereberatern mitgeteilt, wie es um die kleinen Leute steht. Sie lassen in so genannten "Denkfabriken" für sich denken und die Gedanken bedarfsgerecht servieren. Im Falle Becks stammten die Angaben vom Infratest Institut, das eine entsprechende Studie für die Friedrich Ebert Stiftung gefertigt hat. Sie fiel so aus, daß sie der deutschen Bevölkerung nicht ohne vorherige Bewußtseinsmassage und erst nach Weihnachten zugemutet werden kann. Mit der Massage hat Herr Beck nun begonnen.
Acht Millionen Deutsche müßte man als arm einstufen, weil sie weniger als 60% des Durchschnittseinkommens (die Armutsdefinition in Deutschland) verdienen. Diese Zahl ist niedrig angesetzt, andere Experten rechnen mit mindestens 13 Millionen Deutschen in dieser Kategorie. In Ostdeutschland gelten 25% der Bevölkerung als arm und lernen, was man im Westen unter "Freiheit" versteht. Im Westen sind es nur 4%. Infrastest teilt die Gesellschaft in drei Gruppen ein. Etwa ein Drittel ist wohlhabend und wird es immer rascher und immer mehr, ein Drittel kommt so eben über die Runden und muß sich dafür immer mehr anstrengen, und ein Drittel schafft das nicht mehr ohne staatliche oder sonstige Zuwendungen. Der größte Armmacher ist Hartz IV, benannt nach der Bordellreisegesellschaft bei VW. Danach müssen Arbeitslose nach einem Jahr Arbeitslosigkeit mit 345 Euro im Monat (+ Mietzuschuß) auskommen, egal wieviel sie zuvor verdient hatten. Wie das gehen soll, hat ihnen Herr Hartz nicht vorgemacht.
Aber was hat das mit der Hurrikan-Spekulation der Hedge Fond Ölpreistreiberei zu tun? Die Spekulanten vertaten sich bei Ursache und Wirkung und genau das tun unsere Politiker. Früher sagte man: "Alle Räder stehen still, wenn Dein starker Arm das will". Nun, sie stehen still, obwohl der starke Arm sie gerne am Laufen hielte. Er ist schwach geworden, der Arm. Die Räder stehen still, weil es immer weniger rentabel ist, sie in Deutschland am Laufen zu halten. Wie viel Steuern liegen auf einem Liter Treibstoff? Treibstoffe treiben nicht nur Fahrzeuge, sondern auch Generatoren an. Kein einziges Versorgungsgut und keine Maschine zu ihrer Herstellung werden ohne Energie hergestellt. Wer den Energiepreis hochschraubt, verknappt die Versorgungsgüter für die Bevölkerung und treibt Arbeitsplätze außer Landes. Natürlich tun das auch die Unternehmen, aber den Startschuß gab Rot-Grün mit ihrer Energiepolitik.
Hubertus Schmoldt, der Vorsitzende der Gewerkschaft Bergbau Chemie Energie sagte am 21.9.2006 in der Marler Zeitung sinngemäß "Kernenergie würde bei den Bürgern auf eine größere Akzeptanz stoßen, wenn die Politik ehrlicher mit dem Thema umginge und nicht diffuse Ängste schüren würde. Wer behauptet Atomstrom könne durch regenerative Energien ersetzt werden, macht bewußt falsche Aussagen", auf Deutsch "er lügt". Welcher Politiker tut das nicht? Schmoldt hatte so etwas auch schon früher gesagt, aber immer mehr oder weniger hinter vorgehaltener Hand. Denn es war seine Partei, und es waren DGB Gewerkschaften, die auf die Abschaltung der Kernkraftwerke drängten, die zur Verknappung der Energie aufriefen und damit zur Verknappung der Lebensmittel für die breite Bevölkerung, und die mit Windenergie, in den Verwaltungen, in immer neuen Institutionen und sonstwo unproduktive Arbeitsplätze schufen, ohne auf das Einkommen zu achten, aus dem die anfallenden Löhne bezahlt werden konnten: Die haben's ja!
Langsam erkennt "die Wirtschaft", daß es ohne Kernenergie nicht geht. Die RWE reichte am 24.9.2006 einen Antrag auf Laufzeitverlängerung für das KKW Biblis ein, das 60% des in Hessen verbrauchten Stroms liefert. (VDI Nachr. 29.9.2006) Oder EnBW Chef Claassen tönt: "Ein globaler Kernenergieausstieg ist nicht vorstellbar" (aber einer in Deutschland war es). Wie will man den Menschen in Deutschland (speziell der Unterschicht) erklären, fuhr er fort "daß wir so reich sind, uns die Vernichtung von 30 Mrd. Euro betriebs- und volkswirtschaftliches Vermögen leisten zu können und noch gleichzeitig die ("Preise" für) CO2-Emissionen und die Strompreise deutlich zu erhöhen". Wo war diese Einsicht vor wenigen Jahren, als die Industrie den Ausstieg aus der Kernenergie um des lieben Friedens willen, oder weil der Große Bruder es aus politischen Gründen so wollte, mitbeschlossen hat? Damals lief den Herren Managern das Wasser im Mund in der Erwartung zusammen, bei eintretender Energieknappheit die Preise entsprechend erhöhen zu können. Jetzt merken die Herren mit den Millionen-Gehältern, daß man statt der abzuschaltenden Kernkraftwerke "2000 neue Kraftwerke zu je 500 MW bauen" müßte, die es nicht umsonst gibt. Daher schiebt man jetzt die 3,5 Mrd. t CO2 Pflanzennahrung vor, die diese Kraftwerke jährlich zusätzlich in die Luft blasen würden aber wegen der EU CO2-Auflagen nicht dürfen (die deutschen CO2-Emissionen liegen zur Zeit bei jährlich 870 Mio. t). (EnBW-Magazin 3/2006). Übrigens sind Claassen und Umweltminister Gabriel laut Financial Times Deutschland, 11.9.2006 "dicke Freunde".
Statt dessen baute man für viel Geld Windmühlen, die allenfalls bewirken, daß man, wenn sie gerade einmal Wind bekommen und laufen, in den Heizkraftwerken den Dampf ablassen muß. Man bezuschußt Sonnenenergie, weil es die doch, wie die Steinpilze im Wald "umsonst" gibt. Daß die Pilze auf dem Markt gar nicht billig, sondern so teuer wie das Sammeln sind, wissen unsere Politiker und Manager nicht. Sie begnügen sich statt dessen mit Trüffeln, die ihnen für ihr (unser) Geld gerne serviert werden. Bei der nur dünn auftretenden Sonnenenergie übersieht man die hohen Sammelkosten, oder schlägt sie auf den ohnehin schon überhöhten Strompreis einfach drauf.
Wenn etwas knapp ist, kann man dafür auf dem Markt höhere Preise nehmen, lehrt die Marktwirtschaft. Und, die Lebensmittel der Bevölkerung müssen teuer sein, um daraus das Geld beizutreiben, mit dem die Cleverle auf den internationalen Waren- und Finanzmärkten wetten und spekulieren können, lehrt die teure Business School.
Und wer hat sie eingeladen, auch mit den noch im Land verbliebenen mittleren und größeren Produktionsbetrieben zu spielen? "Wir holen ausländische Investoren ins Land" meinte Schröder und sein Heuschrecken-Vize und lockerten die gesetzlichen Hindernisse, die das Spielen mit und Verspielen von Produktionsbetrieben aus gutem Grund erschwert hatten. Das Geld kam, kaufte den durch meist unsinnige oder übertriebene Umweltauflagen lustlos gewordenen Unternehmern die Firmen ab, luden den Betrieben die Erwerbskosten als Schulden auf und sackten hohe Provisionen und Gehälter ein, die sie aus dem Erlös der Insolvenzmasse finanzierten. Hinterher war gut Schreien. Hinterher schreit auch der Dieb "Haltet den Dieb!" um nicht aufzufallen. Schuld waren immer nur die anderen.
Und noch eins: Die Weltgesundheitsorganisation will künftig wieder DDT in allen klassischen Malariaregionen sprühen. "Da DDT ein Fraß und Kontaktgift (nur für Insekten) ist, werden Häuser und Ställe nur ein Mal pro Jahr innen und außen besprüht. Das senkt die Übertragungsrate (von Malaria) um 90% und birgt bei ordnungsgemäßer Anwendung kaum Gefahren" sagt Don Roberts, Spezialist für Tropenkrankheiten (WAMS 17.9.2006). Was hat man nicht alles über das Gift DDT zusammengelogen, als man DDT aus bevölkerungspolitischen Gründen 1969 unter Willi Brandt verbieten wollte. Damals war die Malaria fast besiegt, heute sterben an der Krankheit jährlich über eine Million Menschen, eine viel größere Anzahl wird durch die Krankheit für ihr restliches Leben nachhaltig geschwächt. Millionen Menschen haben die rot-grünen Gutmenschen durch ihre Anti-DDT Kampagne in der Zwischenzeit unglücklich gemacht oder umgebracht. Aber an Krokodilstränen für die Armen in der Dritten Welt hat es ihnen nie gefehlt.
1995 sollte in Deutschland der Wald gestorben sein, sagte man Anfang der achtziger Jahre. Jetzt hat man beschlossen, den Waldschadensbericht nur noch alle 4 Jahre zu erstellen. (Die Welt 8.9.2006) Das Waldsterben wird sang und klanglos beerdigt, genau so wie das Ozonloch (Marl Aktuell 2.9.2006). Alles erfunden und gepredigt, um Ihnen den Weg in die sichere "Armut der Unterschicht" engagiert zu vernebeln.
Im Mont Blanc Massiv gaben Gletscher ein Dorf frei, das sie vor 300 Jahren in der "kleinen Eiszeit (etwa von 1450 bis 1850) unter sich begraben hatten. Ursache/Wirkung: Sonnenzyklen, galaktische Strahlungsschwankungen und Staubwolken, Änderungen in der Erdlaufbahn und vieles mehr - der Energieabfall CO2: unerheblich. Wer Energie verteuert, verteuert alle Güter und macht die Menschen arm. Wer Betriebe mit Schulden überlastet, macht sie unwirtschaftlich, schließt sie und macht die Menschen arbeitslos. Das wußte man - früher jedenfalls, die Juppies wissen, wie man Preise hochtreibt und die Leute über den Tisch zieht und immer den anderen die Schuld gibt. Nur manchmal verrechnen sie sich - und nicht nur bei der Ölpreisspekulation. Die Unterschicht kann aufbegehren - selbst in Deutschland.
Quelle;http://www.spatzseite.de/

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